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04.10.2020, 13:41 Uhr
30 Jahre Deutsche Einheit - Festakt in Ludwigsburg
Beteiligung auch wieder aus Besigheim
„Die Wiedervereinigung Deutschlands war die logische - wenn auch verspätete - Folge von Adenauers politischem Handeln.“

Diese Aussage Dr. Dietrich von Kyaws war die Essenz seiner Festrede, welche er im Rahmen des traditionellen Festaktes des CDU-Kreisverbandes zu Tag der Deutschen Einheit im Ludwigsburger Landratsamt hielt.

Er habe sich „gefreut wie ein Schneekönig“, so der CDU-Kreisvorsitzende, Europaabgeordnete und Vize-Präsident des EU-Parlaments Rainer Wieland als er von der Zusage Dr. von Kyaw, die Festrede zum Festakt zum Tag der Deutschen Einheit zu halten, erfahren hatte.

Dr. von Kyaw, der lange Jahre seines 85-jährigen Lebens als Diplomat tätig war und dabei vor allem in den USA stationiert war, verstand es auf brillante Weise die Zuhörerschaft mit seiner lebhaften und luziden Darstellung der historischen Geschehnisse in den Bann zu ziehen. 

Bevor jedoch der Diplomat a.D. ans Mikrofon trat, begrüßte Rainer Wieland alle Anwesenden, darunter aus Besigheim Dr. Uttam Das, und schlug neben Worten der großen Freude über die Wiedervereinigung auch nachdenkliche Töne an und forderte dazu auf, die Einheit in der Vielfalt zu suchen. Dies betrifft sowohl Europa, als auch die Menschen in der Bundesrepublik. „Eine Gleichheit aller“, so Wieland, „kann es nicht geben. Eine Gleichheit vor dem Gesetz ist essentiell wichtig und Basis unseres Grundgesetzes. Doch wir alle sind unterschiedlich und dieser Homogenität müssen wir Rechnung tragen und diese müssen wir als Bereicherung ansehen.“

Nach der Eröffnung durch Rainer Wieland erfolgte eine von drei musikalischen Untermalungen. Die Jugendmusikschule Ludwigsburg spielte während der Veranstaltung drei Sätze von Mozarts Sinfonietta in B-Dur und begeisterte damit die Gäste.

In seiner Rede zeigte von Kyaw auf, dass Konrad Adenauer durch seine Politik der Westbindung bereits den Stein für die vierzig Jahre später folgende Wiedervereinigung legte. Es gelang ihm nicht nur den Bogen von Adenauer zu Kohl zu schlagen, sondern er verwob in seiner Rede auch das Schicksal der Deutschen Einheit mit dem Einigungsprozess der Europäischen Union.

Denn auch Europa war eines der Themen, welches sowohl Adenauer, als auch Kohl am Herzen lag und für welches sich beide mit alle ihrer politischen Kraft einsetzen.

Ein wiedervereinigtes Deutschland wäre ohne ein friedliches und geeintes Europa nicht denkbar gewesen, so von Kyaw.

Der Diplomat a.D. verwies in seinen Worten mehrfach darauf, dass die Einigkeit Deutschlands ohne das enge transatlantische Bündnis nie hätte stattfinden können. Die Bedeutung dieses Bündnisses sei auch heute noch für größte Bedeutung für alle liberalen Demokratien, auch wenn der aktuelle US-Präsident vielen Menschen Anlass zur Sorge biete. „Wir gehören zum demokratischen Westen - Trump hin, Trump her!“, so die deutliche Aussage Dr. von Kyaws.

Im Anschluss folgte die Übergabe des Annemarie-Griesinger-Preises durch den ehemaligen Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der Kreistagsfraktion Manfred Hollenbach. Die diesjährigen Preisträger sind Marcus Kämpffer aus Remseck am Neckar, der sich für Bildungsgerechtigkeit einsetzt, sowie der Schwäbische Albverein aus Großsachsenheim, die in sich ihrer Heimat für Naturschutz und die Einbindung aller Menschen ins Dorfleben engagieren.

Nun folgt die Eröffnung der Ausstellung „East Side Mauergalerie“ durch CDU-Landrat Dietmar Allgaier. Auch Allgaier fand Worte des Dankes für die damaligen politischen Akteure, die eine Wiedervereinigung ermöglicht hatten und freute sich sehr, dass der Künstler Jo Hinko aus Waiblingen seine Kunstwerke im Landratsamt ausstellt. Die Ausstellung zeigt Fotografien der historischen und denkmalgeschützten Kunstwerke auf Teilen der Berliner Mauer in Berlin-Friedrichshain. Darunter so ikonische Bilder wie den Kuss Honeckers und Breschnews.Die Veranstaltung klang mit einer Besichtigung der Bilderwerke des Künstlers aus.